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Umbau der Turnhalle durch SVH-Mitglieder

Sportverein baut seine Halle um

Hut ab vor dem Sportverein in Hirschfeld. Als Pächter baut er die der Gemeinde gehörende Sporthalle an der Schule in Eigenregie komplett um.

Sportverein baut seine Halle um
Für den Umbau der Sporthalle in Hirschfeld packen die Mitglieder des Sportvereins in ihrer freien Zeit mit an. Beim Entkernen und Ausräumen helfen auch die Alt-Herrenfußballer (v. l.) Roland Gleitsmann, Anlagenfahrer bei der BASF, sowie die Rentner Hans Joachim Zimmermann und Volker Hausen. Foto: Feller

Wie der Vereinsvorsitzende Alf Richter erklärt, soll voraussichtlich bis Ende September eine moderne, behindertengerechte Sport- und Multifunktionshalle entstehen. Dafür werden nicht weniger als etwa 650 000 Euro in die Hand genommen. Davon sind 70 Prozent Fördermittel. Diese stammen aus dem Topf der ländlichen Entwicklung („Goldener Plan Brandenburg“).

Nach dem ersten Förderantrag im Jahr 2014 hat es eine ganze Weile gedauert, ehe die Bewilligung eintraf und die Arbeiten im Februar begonnen werden konnten. Der Entkernung folgt der eigentliche Umbau. Dazu gehören nach Auskunft von Alf Richter ein moderner Sportboden, der das Parkett ersetzt, rundherum ein Prallwandsystem (bei Aufprall schwingende Holzplatten), eine Schallschutzdecke gegen den Widerhall, im Eingangsbereich eine Auffahrrampe für Behinderte, behindertengerechte Sanitärräume und ein Inklusionsübungsraum für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nicht zuletzt werden neue Fenster eingesetzt und die Fassade aufgefrischt.

Die Halle soll nicht nur Sportzwecken dienen. In ihr können künftig auch Veranstaltungen stattfinden. Bis zu 200 Personen haben darin Platz.

Die Gemeinde hat zwei Hallen. Die andere werde von der Schule als Aula genutzt. Darin sei während der Bauzeit auch Schulsport möglich. Die Halle, die der Sportverein bewirtschaftet, ist erst 1990 errichtet worden. Allerdings entspreche diese nicht dem heutigen Standard und habe bereits einen ordentlichen Reparaturstau hinter sich hergeschleppt, so Richter. Der Sportverein selbst ist nicht der größte. Er zählt etwa 60 Mitglieder – Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer und Seniore. Sie sind aktiv bei den Alten Herren im Fußball, im Dart, Tennis, Schach, in der Gymnastik, in der Leichtathletik und in der Theatergruppe. Die aktiven Fußballer sind vor rund drei Jahren ausgegliedert worden.

Ist denn so eine große Investition angesichts des Rückganges der Einwohnerzahlen gerechtfertigt? Hirschfeld hat noch rund 1300 Bewohner. Für Thilo Richter, Amtsdirektor im Amt Schradenland, steht das außer Frage. Das Amt habe zwar zwischen 2006 und 2016 ungefähr 500 Einwohner verloren, aber die aktuelle Anzahl von 4800 stabilisiere sich. „Der Aufwind ist spürbar“, zeigt sich der Amtschef zuversichtlich. Familien mit zwei Kindern seien fast schon die Regel. Wunsch und Wirklichkeit würden gar in Richtung drei Kinder gehen.

Diesen Trend spüren auch die Kindertagesstätten im Amtsbereich. Denn dort wächst der sportliche Nachwuchs heran. In den Einrichtungen in Großthiemig, Merzdorf, Gröden und Hirschfeld werden zwischen 60 und mehr als 100 Steppkes betreut. Die Auslastung liegt bei 90, teilweise sogar bei über 95 Prozent.

Immer mehr junge Familien kehren zurück. „Vor drei, vier Jahren war dies noch eher selten. Heute sehen wir das häufiger“, stellt Thilo Richter erfreut fest.

Den geringeren Lohn gegenüber der Wahlheimat im Westen nehme hier so manch einer in Kauf, weil er sich im Amtsbereich erschlossenes Bauland zu Preisen von teilweise 12 bis 15 Euro leisten kann oder in das Elternhaus zieht. Selbst im sächsischen Raum werden die günstige Lage unweit von Dresden und die guten Preise erkannt. „Seit dem Jahr 2008 sind im Amtsbereich immerhin 42 Eigenheime neu gebaut worden“, zählt Thilo Richter auf. Doch der Landesentwicklungplan mit seiner Bauflächenbegrenzung an den Ortsrändern stehe dem positiven Trend in den berlinfernen, ländlichen Regionen entgegen. Dagegen wolle man sich wehren.

Die Dörfer im Amt Schradenland können sich sehen lassen. Vom intakten Dorfleben bis hin zur Infrastruktur mit Gewerbebetrieben, Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Schulen, Kitas und Vereinen ist fast alles vorhanden. Insofern scheint die Investition des SV Hirschfeld gut angelegtes Geld in die Zukunft zu sein.

Quelle: Lausitzer Rundschau, 14.März 2017 von Manfred Feller